Secrets
In den vergangenen zehn Jahren hat der bekannte Ethnologe und Fotograf Henning Christoph viele Expeditionen nach Kamerun unternommen. Auf diesen Reisen kam er in Berührung mit Kulten und Zeremonien, die Außenstehenden normalerweise nicht zugänglich sind und teilweise sogar als ausgestorben galten.
Vor allem diesen Bereichen ist die aktuelle Ausstellung „Secrets“ gewidmet. Der Hauptschauplatz ist das Königreich Oku, das wichtigste und höchstgelegene im kamerunischen Grasland. Die wichtigsten der dort ansässigen Geheimbünde werden hier vorgestellt, ebenso ihre Glaubensvorstellungen und Kultgegenstände.
Ein weiterer Schwerpunkt der Schau sind drei Mischreligionen aus der afrikanischen Diaspora, die unter dem Einfluss der zentralafrikanischen Bantureligionen im Zuge der Sklaverei entstanden. Fast vier Jahrhunderte lang währte die gewaltsame Verschleppung der Afrikaner – manche Schätzung nennt 40 Millionen Opfer – und ein Großteil von ihnen kam aus Zentralafrika.
Durch die Vermischung der genuin afrikanischen Religion (deren Ausübung durch die Kolonialmächte untersagt war) mit dem Katholizismus und den Glaubensvorstellungen der Ureinwohner Brasiliens, Kubas und Haitis, entstanden in der Diaspora Religionen wie Palo, Quimbanda und Bizango. Diese zeichnen sich durch die im Gegensatz zu den meist milderen westafrikanischen Göttern eher heißblütigen und gewalttätigen Geistmächte Zentralafrikas aus.
Auch hier handelt es sich um Bereiche, die für Außenstehende normalerweise verschlossen bleiben – sie werden streng geheim gehalten. Es ist ein außerordentlicher Glücksfall, Altäre und Riten der drei genannten Glaubensrichtungen hier im Soul of Africa Museum in Essen, NRW, präsentieren zu können.








