Die Minkisi der Bakongo und Yombe

Die Nkisi oder Nkonde (Plural Minkisi/Nkonde) sind Figuren, die einen Geist oder eine magische Kraft in sich tragen. Sie kommen im gesamten Kongobecken vor und werden respektiert und gefürchtet, da ihre Macht als gewaltig gilt und sowohl für gute als auch schlechte Zecke eingesetzt werden kann.

Häufig wird die Substanz, die eine Schnitzerei zum Kraftträger macht, im Bauchbereich eingesetzt und mit Glas oder Spiegelscherben verschlossen. Charakteristisch für die Minkisi, beispielsweise bei den Bakongo und Yombe, sind die zahlreichen Nägel, mit denen die Figuren gespickt sind.

Eine Theorie besagt, dass jeder Nagel Zeugnis für einen Kontrakt ist, der, vermittelt durch den Medizinmann, zwischen dem Geist und einem Hilfe suchenden Menschen geschlossen wurde. Eine andere Theorie besagt, das Bildnisse des Heiligen Sebastian, von den Kolonialmächten einst ins Land gebracht, die Afrikaner veranlassten, Nägel einzuschlagen.

In jedem Fall sind die Glaubensvorstellungen der in Zentralafrika beheimateten Völker zusammen mit den westafrikanischen Religionen der maßgebliche Einfluss für den Synkretismus in der afrikanischen Diaspora. Besonders die afrokubanische Religion des Palo, die afrobrasilianische Religion Quimbanda und der haitianische Petro-Vodou sind stark von den Bantureligionen beeinflusst.