Ngui – die Geheimgesellschaft des Gorillas

Der Geheimbund um den Gorilla, der den Fong-Bulu (Ngui) als Gott des Feuers gilt, wurde zuletzt von dem deutschen Ethnologen Günther Tessmann auf einer Expedition im Jahre 1910 gesucht – vergeblich.

Als erstem und einzigem Außenstehenden gelang es Henning Christoph nach langen und aufwendigen Recherchen, die letzte Zeremonie des Bundes in den Regenwäldern Kameruns zu fotografieren.

Trotz der Sprachbarrieren und diversen Auflagen der Geheimhaltung offenbarten die Gespräche mit Chief Ngba vom Volk der Fong aus dem Dorf Ngoazip folgende Fakten: Die Gorillamasken stellen die Vorfahren der Fong dar, die Pygmäen waren. Vor circa 150 Jahren wurden die Masken hergestellt und kamen seitdem in etwa 30 Dörfern zum Einsatz.

Der Geheimbund war dazu da, die Stammesordnung und den Frieden zu bewahren, wozu auch die Abwehr von Hexerei zählte. Nur die Söhne von Häuptlingen konnten mit Erreichen der Volljährigkeit in den Bund initiiert werden. Die an vielen Schädeln rückseitig befestigten Kalebassen dienten als Giftbehälter, aus denen mutmaßliche Hexen trinken mussten. Im Falle ihrer Unschuld konnte ihnen das Gift nichts anhaben.