
Die haitianische Geheimgesellschaft Bizango gehört zu dem Teil des Vodou, der vor Außenstehenden besonders geschützt wird. Es grenzt an Unmöglichkeit, in diesen Kreis vorzustoßen, ist er doch ausschließlich Eingeweihten und Personen zugänglich, die das besondere Vertrauen der Priester und Priesterinnen genießen.
Entstanden ist Bizango etwa zwischen 1790 und 1804 und wurde von den ersten freien Sklaven gegründet. Dies waren die so genannten „Maroons“, Afrikaner, die von den Plantagen geflohen waren, von Überfällen lebten und sich in den Bergen versteckt hielten.
Bizango entstand, um unter diesen Geflohenen eine Ordnungsinstanz zu schaffen und war deshalb sehr gefürchtet, weil die schlimmste Strafe für einen Maroon, der sich den Regeln unter seinesgleichen nicht beugte, darin bestand, erneut versklavt zu werden – und zwar als Zombie.
Bizango verfügte über ein Gift, welches einen todesähnlichen Zustand hervorrufen konnte, und derart paralysierte Personen wurden unmittelbar nach ihrer Scheinbestattung wieder ausgegraben, im Zuge geheimer Rituale wiederbelebt und sodann als willenlose Zombies für niedere Arbeiten aller Art eingesetzt. Der hier ausgestellte Sarg ist wesentlicher Bestandteil der „Zombiefizierung“ und stammt von dem haitianischen Geheimbund „Secret Soul of Bizango“.

Niombo
– der Tote in der Puppe
In Zentralafrika gehört der bis in die 1920er Jahre praktizierte Begräbnis- und Ahnenkult der Babwende, Bembe und verwandter Volksgruppen zu den eindrucksvollsten Ritualen überhaupt.
Die Zeremonie wurde verstorbenen Würdenträgern, vorwiegend Chiefs, zuteil, und ging mit der Anfertigung einer Puppe einher, die, je nach Rang des Verstorbenen, bis zu vier Meter hoch sein konnte.
In dieser Puppe, die aus Stoffen bestand, welche im Verwandtschaftskreis des Toten eigens für diesen Zweck gesammelt wurden, bestattete man den Leichnam in aufrechter Haltung mit einer festlichen Prozession. Vorher wurde er über kleinem Feuer meist wochenlang schonend getrocknet. Kleine Kopien der großen Puppe dienten dazu, an den Toten zu erinnern und mit seinem Geist in Verbindung zu treten.
Diese Miniaturmodelle wurden in Ahnenhäusern aufbewahrt und bei Bedarf um Rat, Schutz, Segnung oder Verzeihung gebeten. Charakteristisch bei den Niombos ist die Haltung der Arme – einer zeigt meist nach oben, der andere nach unten. So wird die Verbindung zwischen spiritueller und irdischer Welt symbolisiert.
Das Wort „Niombo“ bedeutet, vom Kikongo ins Deutsche übersetzt, „Leiche“, als Präfix verwendet „verstorben“.
